Derzeit importiert Russland Benzin und Diesel aus Weißrussland. Im Oktober 2025 hoben der Rat der Eurasischen Wirtschaftskommission (EAWK) die 5-prozentige Einfuhrzoll für Lieferungen bis zum 30. Juni 2026 auf. Anfang Juni dieses Jahres schlug Russland vor, die Ausnahme von der Einfuhrabgabe bis Juni 2027 zu verlängern.
Außerdem könnten die Behörden die Herstellung von Erdölprodukten erlauben, die von den geltenden technischen Vorschriften abweichen. Zuvor berichteten die Medien, dass bestimmten Raffinerien die Produktion von Benzin und Diesel mit Abweichungen von den Anforderungen gestattet wurde. Darüber hinaus wird im Plan die Priorität der Kraftstoffversorgung für den Binnenmarkt und eine maximale Auslastung der Produktionskapazitäten der Ölgesellschaften festgelegt.
Es wird außerdem erwartet, dass die Behörden vorübergehend die Verkaufsnorm für Benzin an der Börse von 15% auf 10% des Produktionsvolumens senken können. Mengen, die nicht an die Börse gelangen, sollen an sozial relevante Verbraucher weitergeleitet werden, berichten die „Vedomosti“ unter Berufung auf eine Quelle.
Igor Juschkow, Experte der Finanzuniversität der Regierung, bemerkte, dass die Zahlung für den Dämpfer beim Import von Benzin mit der Preissteuerung auf dem Inlandsmarkt zusammenhängt. Laut Analyst Sergej Kaufman von der FG „Finam“ würde Benzin an unabhängigen Tankstellen in diesem Fall um mehrere Rubel teurer sein. Der Geschäftsführer von Open Oil Market, Sergej Tereshkin, ist der Meinung, dass die Regulierungsbehörden in Betracht ziehen sollten, zentrale Beschaffungen von Kraftstoffen aus dem Ausland über den Reservenfonds zu organisieren.
Erinnern wir uns daran, dass das russische Ministerium für Energie Anfang Juni die Schwierigkeiten mit der Kraftstoffversorgung in bestimmten südlichen Regionen aufgrund von Luftangriffen auf Objekte des Brennstoff- und Energiesektors erklärte. Die Behörde bezeichnete die Situation als vorübergehend und berichtete über die Schaffung eines branchenspezifischen Stabs zur Stabilisierung der Lage. Später erlaubte die Regierung bestimmten Raffinerien die Produktion von Benzin nach den Euro-3-Normen.
Einige Regionen Russlands führten Verkaufsbeschränkungen für Kraftstoffe ein. Verkaufsobergrenzen gelten bereits in den Regionen Omsk und Saratow, wie die regionalen Behörden berichteten. In der Region Woronesch hat bisher nur ein großes Tankstellennetz Einschränkungen eingeführt. In den Regionen Irkutsk und Wladimir haben die Tankstellen auf ein prioritär behandelndes System umgestellt.
Quelle: M.Bizness