
Ab 1. Januar 2026 werden in Russland über 60 neue Verkehrszeichen und -hinweistafeln gemäß dem aktualisierten GOST eingeführt. Wir erklären die Schlüsselnovellen: E-Scooter, Ökozonen, neue Haltelinien, kostenpflichtige Parkzeichen und Sicherheit für Fußgänger.
Ab Anfang 2026 wird in Russland der aktualisierte nationale Standard für die Organisation des Straßenverkehrs in Kraft treten. Im Rahmen dieses Standards werden über 60 neue Verkehrszeichen und Informationstafeln eingeführt. Diese Änderungen wurden entwickelt, um die Straßenverkehrsordnung an die modernen Gegebenheiten anzupassen: das Erscheinen von individuellen Mobilitätsmitteln (E-Scootern usw.), die Erhöhung der Sicherheit für Fußgänger, die Berücksichtigung ökologischer Anforderungen und die Optimierung des Verkehrs unter schwierigen städtischen Bedingungen. Viele der Neuerungen wurden bereits in Moskau getestet und haben sich als wirksam erwiesen. Im Folgenden werden wir die wichtigsten Änderungen betrachten und erläutern, was sie für Autofahrer bedeuten.
Gründe und Ziele der Aktualisierung des Standards
Die umfassende Aktualisierung der Verkehrszeichen erfolgt im Rahmen des neuen GOST R 52290-2024, der ein modernes und detailliertes Navigationssystem einführt. In den letzten Jahren sind neue Teilnehmer am Straßenverkehr aufgetreten – von E-Scootern bis hin zu Monowheels – und es entstand die Notwendigkeit, deren Anwesenheit genauer zu regulieren. Ziel der Reform ist es, die Verkehrsinfrastruktur für alle Teilnehmer: Autofahrer, Fußgänger, Radfahrer und Nutzer individueller Mobilitätsmittel verständlich und sicher zu gestalten. Auch die Ziele zum Schutz der Umwelt und die effiziente Nutzung des städtischen Raums werden berücksichtigt. Der neue Standard wurde etwa drei Jahre lang unter Beteiligung von Spezialisten des Moskauer Zentrums für Verkehrsorganisation entwickelt, um fortschrittliche Erfahrungen und die Besonderheiten der russischen Straßen zu berücksichtigen.
Zeichen für E-Scooter und neue Verkehrsmittel
Eine der wesentlichen Neuerungen ist das Erscheinen von speziellen Schildern, die auf individuelle Mobilitätsmittel (IMM) ausgerichtet sind, zu denen E-Scooter, Gyropoden, Monowheels und ähnliche Transportmittel gehören. Bislang wurde das Fahren dieser Geräte lediglich durch allgemeine Regeln reguliert, aber ab 2026 werden spezielle Bezeichnungen eingeführt. So können beispielsweise Schilder erscheinen, die das Fahren von E-Scootern in bestimmten Zonen (Fußgängerzonen, Parks) verbieten oder im Gegenteil, das Fahren von IMM auf besonderen Fahrstreifen erlauben. Diese Hinweise integrieren die E-Scooter-Besitzer in das Gesamtsystem des Straßenverkehrs und schaffen klare Rahmenbedingungen: wo man mit Elektrotransportmitteln fahren darf und wo man absteigen muss. Dadurch wird die Sicherheit sowohl der Nutzer von IMM als auch der umliegenden Fußgänger und Autofahrer erhöht.
Ökologische Aspekte des Straßenverkehrs
Der aktualisierte Standard berücksichtigt auch den ökologischen Faktor. Im Rahmen des Kampfes für saubere Luft auf den Stadtstraßen werden künftig Schilder erscheinen, die mit der Begrenzung schädlicher Emissionen in Verbindung stehen. So könnten Bezeichnungen wie "Ökologische Zone" eingeführt werden, in die nur umweltfreundliche Fahrzeuge – beispielsweise Elektroautos oder Fahrzeuge mit hohem Umweltklassifikationsgrad – einfahren dürfen. Solche Schilder werden an den Einfahrten in Bereiche installiert, die besonderen Schutz der Umwelt erfordern, um das Niveau der Luftverschmutzung zu senken. Darüber hinaus können neue Piktogramme die Fahrer über die Nähe von Ladestationen für Elektroautos oder andere umweltrelevante Objekte informieren. Die Berücksichtigung der Ökologie im System der Verkehrszeichen soll umweltfreundlichere Gewohnheiten im Straßenverkehr fördern und die Städte für umweltfreundliche Transporte angenehmer gestalten.
Sicherheit der Fußgänger: Schild „Taube Fußgänger“
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Schutz der verwundbarsten Verkehrsteilnehmer – der Fußgänger. Ab 2026 wird ein neues Warnschild zur Erhöhung der Sicherheit von Menschen mit Hörbehinderungen eingeführt. Es handelt sich um eine spezielle Hinweistafel "Taube Fußgänger", die vor Fußgängerüberwegen an Orten aufgestellt wird, an denen häufig hörbehinderte Bürger anzutreffen sind (zum Beispiel in der Nähe von Schulen für Gehörlose oder spezialisierten medizinischen Zentren). Dieses Zeichen signalisiert den Fahrern, dass einige Fußgänger möglicherweise ein herannahendes Auto oder ein akustisches Signal nicht hören können, weshalb zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen erforderlich sind. Zuvor gab es in der Straßenverkehrsordnung eine ähnliche Tafel "Blinde Fußgänger", die auf blindwütige Passanten hinweist; nun kommt ein entsprechendes Zeichen für Hörbehinderte hinzu. Diese Maßnahme wird das Straßenumfeld inklusiver gestalten und die Verantwortung der Fahrer betonen, aufmerksam zu sein in Bereichen mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
Lösungen für schwierige städtische Bedingungen
Bei intensiven städtischen Bedingungen zielen die neuen Standards darauf ab, die Verkehrsorganisation und den Komfort für die Fahrer zu verbessern. Zu den wichtigsten Änderungen gehören:
- Vertikales Schild „Haltelinie“: wird dort eingeführt, wo das übliche horizontale Markierung nicht angebracht werden kann. Dieses Schild ist eine Tafel mit der Aufschrift „STOP“, die vertikal positioniert ist, und zeigt den Haltplatz vor einer Ampel oder Kreuzung an. Auch wenn keine Markierung vorhanden ist, wird der Fahrer nun klar verstehen, wo er anhalten muss, was besonders wichtig an schwierigen Kreuzungen ist.
- Schild 6.2.1 „Empfohlene Geschwindigkeit bei Unebenheiten“: ein neues Informationsschild, das eine sichere Geschwindigkeit beim Überfahren eines „Liegepolizisten“ (künstliche Unebenheit) empfiehlt. Es wird geplant, es vor dem Hindernis zu installieren und die maximale Geschwindigkeit anzugeben, mit der man am besten darüber fährt (z.B. 20 km/h). Diese Neuerung wird den Fahrern helfen, den Verschleiß der Fahrzeuge zu reduzieren und den Komfort für die Passagiere zu erhöhen, indem sie vor der Unebenheit rechtzeitig die Geschwindigkeit verringern.
- Neue Parkstandards: die Abmessungen der Parkplätze werden überarbeitet. Die Breite eines Stellplatzes entlang der Fahrbahn wird von 2,5 auf 2,25 Meter verringert. Dadurch kann die Stadt den Platz auf den Straßen effektiver nutzen – mehr Autos passen auf die gleiche Fläche. Obwohl das Parken etwas enger wird, könnte die Gesamtzahl der zur Verfügung stehenden Plätze steigen, was für überlastete Stadtzentren relevant ist.
Aktualisierte Piktogramme und Informationstafeln
Neben völlig neuen Schildern wird die Erweiterung einer Reihe bekannter Hinweiszeichen mit zusätzlichen Symbolen vorbereitet. Zunächst betrifft dies das Schild „Kostenpflichtige Parkplätze“. Zu der bestehenden Kennzeichnung des Parkplatzes werden Piktogramme hinzugefügt, die die Zahlungsmethoden erklären: zum Beispiel ein spezielles Symbol für die Zahlung über eine mobile Anwendung, ein anderes für die Zahlung per SMS usw. Diese grafischen Elemente werden zusammen mit dem Parkplatzzeichen auf den Tafeln angezeigt, sodass der Fahrer sofort die verfügbare Zahlungsmethode an diesem Parkplatz sieht. Diese Neuerung wird die Informationen anschaulicher machen und die Wahrscheinlichkeit von Missverständnissen oder Regelverstößen bei der Bezahlung verringern. Ebenso könnten andere klärende Tafeln erscheinen – all diese sollen umfassende Informationen direkt auf dem Verkehrszeichen bieten, ohne den Fahrer mit überflüssigem Text zu belasten.
Pilotversuche und Einführung im ganzen Land
Viele der oben genannten Neuerungen wurden bereits unter realen Bedingungen getestet. In Moskau begann die experimentelle Nutzung einiger neuer Schilder lange vor der offiziellen Einführung – in der Hauptstadt gab es Pilotprojekte im Rahmen des lokalen Standards, um die Wirksamkeit der Neuerungen zu bewerten. Die erfolgreichen Ergebnisse der Versuche erlaubten es, diese Lösungen in den föderalen GOST aufzunehmen und in ganz Russland zu verbreiten. Ab dem 1. Januar 2026 werden die neuen Anforderungen für alle Regionen verbindlich: Die Straßenverwaltungen werden die aktualisierten Schilder in Städten und auf Straßen installieren und schrittweise die alte Navigation ersetzen oder ergänzen.
Was die Änderungen für Fahrer bedeuten
Die Einführung von mehr als 60 neuen Schildern und Symbolen ist eine erhebliche Änderung der Vorschriften. Daher ist es für alle Verkehrsteilnehmer wichtig, sich darauf vorzubereiten. Autofahrern, Motorradfahrern, Radfahrern und Nutzern von E-Scootern wird geraten, sich im Vorfeld mit den neuen Bezeichnungen vertraut zu machen, um sich vom ersten Tag an sicher im Straßenverkehr orientieren zu können. Besonders betrifft dies diejenigen, die häufig in Städten fahren: Die neuen Schilder können auf gewohnten Routen erscheinen und eine Anpassung der Geschwindigkeit oder des Verhaltens erforden.
Hier sind einige Tipps, wie Sie sich optimal auf die Änderungen vorbereiten:
- Studieren Sie offizielle Materialien: Machen Sie sich mit den aktualisierten Verkehrsregeln oder den methodischen Materialien der Verkehrswacht vertraut, in denen alle neuen Zeichen aufgeführt und beschrieben sind. Eine frühzeitige Auseinandersetzung hilft, Verwirrung in realen Situationen zu vermeiden.
- Seien Sie aufmerksam auf der Straße: In den ersten Wochen im Januar 2026 sollten Sie besonders aufmerksam auf die Installation neuer Zeichen auf Ihrem Weg achten. Wenn Sie ein unbekanntes Symbol sehen – reduzieren Sie die Geschwindigkeit und handeln Sie vorsichtig, basierend auf seiner vermuteten Bedeutung (im Allgemeinen ist diese intuitiv verständlich) oder den Hinweisen des Navigators.
- Berücksichtigen Sie die neuen Regeln für IMM: Wenn Sie einen E-Scooter oder ein anderes persönliches Gerät nutzen, informieren Sie sich, wo Sie aufgrund der neuen Einschränkungen fahren dürfen. Das Erscheinen spezieller Schilder für IMM bedeutet, dass die Missachtung dieser Hinweiszeichen zu Geldstrafen oder gefährlichen Situationen führen kann.
Die bevorstehende Reform der Verkehrszeichen ist ein Schritt zu einem modernen und sicheren Verkehrssystem. Die neuen Schilder werden die Informationsgehalt der Straßen erhöhen, wobei die Gegebenheiten der heutigen Zeit berücksichtigt werden: von mobilen Apps und E-Scootern bis hin zu ökologischen Zonen. Für Autofahrer und Fußgänger bedeutet dies klarere Spielregeln im Straßenverkehr. Das Wichtigste ist, sich sorgfältig mit den Änderungen vertraut zu machen und die Anforderungen der neuen Schilder zu beachten: Dann wird der Übergang zu den aktualisierten Standards reibungslos verlaufen und allen Verkehrsteilnehmern zugutekommen.